Weites Herz – Barmherziger Samariter

Einheit 8: „Gib uns ein weites Herz, andre zu versteh’n.“

„Gib uns ein weites Herz, andre zu versteh’n“ – diese Liedzeile spiegelt eine wesentliche Entwicklungsaufgabe von Kindern im Grundschulalter wider: Die Fähigkeit zur Empathie.

Während die Kinder bis zu ihrem Schuleintritt zwischen den eigenen und den fremden Emotionen und Kognitionen durch vermehrte Perspektivübernahme zu differenzieren lernen, verstetigt sich die Fähigkeit im Grundschulalter zunehmend und geht zumeist mit prosozialem Verhalten (Helfen, Teilen etc.) einher. Diese Entwicklungsaufgabe wird durch diesen Entwurf aufgenommen und verstärkt.

Die biblische Erzählung vom barmherzigen Samariter dient in Form einer freien Erzählung dazu, mit den Kindern die Übernahme unterschiedlicher Perspektiven zu trainieren.

Die Fähigkeit zur Empathie setzt voraus, dass die kognitive Leistung der Wahrnehmung des anderen und die Wahrnehmung der dadurch entstehenden eigenen Emotionen miteinander verknüpft werden können.

So beginnt diese Einheit zunächst mit Wahrnehmungsübungen, die sich in ihrem Schwierigkeitsgrad von Stufe zu Stufe steigern. Vom Hören über das aufmerksame Betrachten werden die Kinder in der letzten Übung zur Perspektivübernahme aufgefordert.

Diese Wahrnehmungsübungen sind zugleich Vorübungen für die Geschichte vom barmherzigen Samariter. Auch dort werden die Kinder aufgefordert, genau diesen Drei-Schritt bei den verschiedenen Protagonisten zu gehen. In einem letzten Schritt werden die Kinder ermutigt, frei zu assoziieren, welche Gefühle das helfende Handeln beim Samariter auslöst.

Allerdings soll dieser Entwurf nicht einzig als Empathieübung dienen, sondern er nimmt die biblische Botschaft des helfenden (diakonischen) Handelns in den Blick. Mit Hilfe eines Bodenbildes wird den Kindern Gottes Liebe als der Grund für das helfende Handeln am Menschen verdeutlicht. Christen*innen geben die Liebe, die sie selbst erfahren haben, weiter, indem sie sich hilfsbedürftigen Menschen zuwenden. Gottesliebe und Nächstenliebe sind somit unmittelbar miteinander verknüpft. Durch die Gestaltung des Bodenbildes können die Kinder diese theologische Erkenntnis handelnd nachvollziehen.