Einheit 3: Staunen über Gottes Schöpfung – Psalm 104
Kinder bringen heute ein komplexes Wissen über die Entstehung der Welt mit. Der Urknall und die Evolutionstheorie sind ihnen oftmals in den Grundzügen vertraut.
Für viele Kinder ist deswegen der biblische Schöpfungsglaube eine „Sollbruchstelle“ des Glaubens. Denn wenn die Schöpfungsgeschichten der Bibel durch die Brille der Naturwissenschaft gesehen werden, rücken sie in den Bereich des Märchenhaften und werden deshalb als nicht glaubhaft wahrgenommen. Wenn die Welt aber nicht mehr als Schöpfung Gottes verstanden wird, verliert der Glaube einen grundlegenden Aspekt.
„Was hat Gott mit dieser Welt zu tun, wenn sie doch ganz anders entstanden ist, als es in der Bibel erzählt wird?“ Diese Frage beschäftigt Kinder, wenn die biblischen Schöpfungsgeschichten der Evolutionstheorie gegenübergestellt werden.
Die Einheit „Staunen über Gottes Schöpfung“ soll Kinder darin bestärken, die Schöpfung wahrzunehmen als die von Gott erschaffene Welt. Die Schöpfungsgeschichte gibt dem Glauben daran Ausdruck, dass die ganze Welt von Gott gehalten ist. Sie ist kein Bericht darüber, wie die Welt entstanden ist, sondern Ausdruck des Vertrauens, dass diese Welt, weil sie von Gott gehalten wird, gut ist.
Die biblische Schöpfungsgeschichte (Genesis 1) möchte nicht klären, wie das Leben entstanden ist, sondern einladen, in das Lob auf Gottes wunderbare Welt einzustimmen.
In dieser Einheit soll daher nicht direkt mit einer Schöpfungsgeschichte, sondern mit dem Schöpfungspsalm 104 gearbeitet werden, weil in diesem das Staunen und die Bewunderung für Gottes Welt stärker zutage tritt. Der „biblische Schöpfungsbericht“ verführt leichter zu einem direkten Vergleich mit der Evolutionstheorie, welcher hier nicht angestrebt ist. Die Folge des Schöpfungsglaubens ist daher das Staunen lernen über die vielen Geheimnisse in der Natur. So kann auch in der Evolution, im Prinzip der Weiterentwicklung allen Lebens, Gottes Kraft sichtbar werden. Genau dies sollen die Kinder erleben: Wie einzigartig und wunderbar ist alles Leben, das von Gott kommt. Wie erstaunlich!
Diese Grundhaltung des Staunens erleben die Kinder schon in den ersten Hinführungsübungen: Beim Betrachten von Gegenständen durch eine Lupe können die Kinder Dinge ganz neu betrachten. Das Farbenspiel eines Kaleidoskops bietet eine scheinbar unendliche Fülle von Farben und Formen. Je nach Gruppe und den Möglichkeiten von Naturerfahrungen der Kinder kann es sinnvoll sein, gemeinsam nach draußen zu gehen und Hörübungen (Was höre ich alles?) und Sehübungen (Was sehe ich alles?) miteinander zu machen.
In einem zweiten Schritt wird das Vorwissen der Kinder über die Entstehungsgeschichte dieser Welt aktiviert. Mittels Gegenständen können sie ihr eigenes Wissen einbringen und miteinander in eine zeitliche Abfolge bringen. Nach diesem naturwissenschaftlichen Schritt geht es dann wieder zurück zum Staunen: Das alles ist in dieser Welt entstanden. Worüber wundern wir uns? Was ist für uns besonders erstaunlich? Und so werden in einem weiteren Schritt die Kinder in ihrem Staunen in Berührung gebracht mit dem Glauben an Gott den Schöpfer. Gegenstände aus der Natur werden in Verbindung gebracht mit Worten aus Psalm 104. Die Kinder können im dankbaren Staunen die Fülle und Einzigartigkeit dieser Welt erleben, die nicht selbstverständlich ist.