Gottesvorstellungen

Einheit 4: Gottesvorstellungen

Um unsere Vorstellung von Gott zu beschreiben, benutzen wir Symbole und Bilder. Grundschulkinder haben aber oft ein wörtliches Verständnis von Symbolbildern und können Symbole nur schwer entschlüsseln. („Gott ist doch kein Felsen!“) Zugleich kann sich in das wörtliche Verstehen eine Symbolkritik mischen, die die Metaphern als unwahr abtut (nur im Märchen kann ein brennender Dornbusch sprechen) oder auch ein erstes Verstehen einfacher Symbolbilder (Gott ist wie die Sonne). Diese Vielschichtigkeit gilt es in der Gruppe wahrzunehmen.

Die Bibel ist voll von symbolischen Bildern. Um die christliche Religion zu verstehen und dem eigenen Glauben Ausdruck verleihen zu können, ist ein Symbolverständnis daher von elementarer Bedeutung.

Auch neigen Kinder in dieser Altersstufe zu anthropomorphen Bildern von Gott, die im Jugendalter dann als kindlich und wenig hilfreich beiseitegelegt werden. (Der alte Mann mit dem Bart auf der Wolke ist nach wie vor ein gängiges Bild.) So ist es wichtig, Kindern zu ermöglichen, eigene Bilder von Gott – unabhängig von gängigen Klischees oder vorgegebenen Bildern – zu entwickeln, die ihrer je eigenen Beziehung zu Gott entsprechen.

Diese Einheit will ein Grundverständnis dafür anbahnen, dass wir von Gott in Bildern sprechen, in denen sich menschliche Erfahrungen mit Gott widerspiegeln. Zugleich erleben die Kinder, dass es viele Aspekte von Gott gibt, die gleichberechtigt nebeneinanderstehen dürfen.

In einem ersten Schritt wird den Kindern ein Erfahrungsweg angeboten. An einzelnen Stationen benennen sie ihre Erfahrungen und Empfindungen mit für sie passenden Eigenschaftswörtern.

Die gemachten Erfahrungen werden mit den zugefügten Adjektiven gemeinsam in Bilder übersetzt (z.B. weich wie Watte) und die von den Kindern ausgewählten Eigenschaftswörter werden in der Mitte ausgelegt.

Um zu verdeutlichen, dass Menschen auch von Gott in solchen Bildern sprechen, wird in einem weiteren Schritt das Wort „Gott“ in die Mitte gelegt.

Mit Hilfe der Geschichte von Elija am Horeb (1. Könige 19) wird veranschaulicht, dass Elija sich viele Vorstellungen von Gott gemacht hat. Gott sich ihm aber schließlich in ganz anderer Weise offenbarte.

Abschließend durchlaufen die Kinder den Erfahrungsweg nochmals und überprüfen, ob eine Erfahrung dabei ist, die für sie eine Metapher von Gott erzeugt. Um die Vorstellung von Gott nicht auf die Stationen des Erfahrungsweges einzuengen, werden auch andere Materialien bereitgelegt. Auf Stoffdeckchen in der Mitte – zwischen den Eigenschaftswörtern – gestalten die Kinder eine Collage zu der Überschrift „Gott ist für mich wie…“. So entsteht in der Mitte ein buntes Bild, mit vielen verschiedenen Vorstellungen von Gott. Die Kinder können durch diesen Schritt eigene symbolische Bilder für Gott ausprobieren. Auf die Erwähnung der Tötung der Baals-Priester durch Elija wurde bewusst verzichtet, um von dem Schwerpunkt der Geschichte – der Offenbarung Gottes am Horeb – nicht abzulenken.